Lass Dich nicht hängen! In 7 Schritten durch die Krise

Plötzlich und oft ohne Vorwarnung überrumpeln uns Ereignisse: das Hochwasser hat den Keller verwüstet, eine Pandemie breitet sich aus, der Partner bzw. die Partnerin hat sich von uns getrennt, der Job ist plötzlich weg, die Diagnose einer Krankheit oder Sie kämpfen mit Rückschlägen und Überforderungen. Wie Sie es schaffen, sich von innen zu stärken und mit dem außen konstruktiv umzugehen, sagt Ihnen unser Gedankencoach Andrea Amberger.

Was Schicksalsschläge bewirken

Unerwartete Ereignisse fordern uns heraus. Sie haben eine enorme Kraft und oft stürzen sie uns in massive Krisen. Krisen markieren Wendepunkte in unserem Leben. Krisen verändern uns und unser Leben nachhaltig. Etwas ist danach nicht mehr so wie es war.

Gefühle wollen gefühlt werden, damit sie sich lösen können. Wir müssen lernen, sie zuzulassen, ohne uns darin zu verlieren.

Andrea Amberger

Krise und Mindset

Krisen reißen uns heraus aus dem gewohnten Alltag. Sie betreffen uns direkt und unmittelbar. Nach dem ersten Schock der Kenntnis tendieren wir dazu, sie zu verdrängen und zu leugnen. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf. Mit der Zeit sind sie für alle offensichtlich und wir müssen uns der neuen Realität stellen.

Krisen fordern uns heraus und sind ein Spiegel für unser Mindset. Erst in der Krise zeigt sich, wie wir denken und handeln. Sie erschüttert uns in unserem Selbstverständnis und fördert zutage, was tief in uns verborgen ist. Sie bringt Verhalten, Ängste und Bedürfnisse im Positiven wie im Negativen hervor, von denen viele nicht wussten, dass sie sie haben.

Krisen sind vordergründig immer eine Bedrohung, doch im Inneren liegen die Chancen für das Danach verborgen.

Wie eine Herausforderung zur Krise wird

Ob eine Situation für dich eine Herausforderung oder zu einer tiefen Krise wird, hängt von deiner persönlichen Denkweise und deinen inneren Überzeugungen ab. Jeder Mensch wird in Laufe seines Lebens immer wieder mit Krisen konfrontiert. Doch nicht jede Herausforderung führt bei jedem zur Krise.

Im Schock kann es uns im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füssen wegziehen. Du gehst unweigerlich in den Widerstand zur Situation. Es ist logisch und natürlich, dass du Zeit für das Erkennen und Abschätzen der Konsequenzen brauchst. Jetzt entscheiden deine Gedanken darüber, ob aus dem Ereignis für dich eine Krise wird oder nicht. Erst durch deine Bewertung der Situation gibst du ihr die Schwere, die sie für dich dann hat. Und manchmal ist es so schlimm für uns, dass wir in die Krise förmlich hineingezogen werden. Wir werden von unseren Emotionen überwältigt. Wut, Enttäuschung, Trauer.

Wie du Gefühle erlöst, anstatt sie zu verdrängen

Krisen stellen mitunter eine große emotionale Belastung dar. Es ist wichtig, dass wir den Emotionen den nötigen Raum geben. Unsere Gesellschaft ist leider nicht sehr geübt darin, mit Gefühlen richtig umzugehen. Anstatt sie zuzulassen wird sofort ein Taschentuch gereicht, werden Erklärungen geliefert und getröstet, wo mitfühlendes Schweigen nötig wäre. Viele glauben, wenn sie die Gefühle wegschieben und verdrängen, dann sind sie nicht mehr da, weil sie sie nicht mehr spüren. Unterdrückte Gefühle sind nicht jedoch wirkungslos. Sie werden in uns förmlich eingekapselt und wirken später oft als unbewusste Hemmschwellen in uns weiter.

Gefühle wollen gefühlt werden, damit sie sich lösen können. Wir müssen lernen, sie zuzulassen, ohne uns darin zu verlieren. Wenn wir fühlen können wir nicht gleichzeitig denken. Wer weint, weint. Wenn du dann durch Erklärungen unterbrochen wirst, musst du denken und unterdrückst das Weinen.

Gib der Trauer eine angemessene Zeit und Raum. Wenn wir ausgeweint haben, entsteht in uns eine tiefe Ruhe und Stille. Sie ist der natürliche Hinweis darauf, dass jetzt für dich eine neue Zeit beginnt und du dich diesem Neuen zuwenden sollst.

Jetzt kommen wieder die Gedanken ins Spiel. Gedanken haben ihre eigene Dynamik und die Tendenz, das zu verstärken, was wir gerade denken. Jetzt ist es wichtig, dass du mit Disziplin deine Gedanken kontrollierst und ihnen keine Chance gibst, dich weiter ins Drama zu denken und dich darin als Opfer zu verlieren. Jetzt geht es darum, im Anerkennen der Situation sich deinem neuen Leben zuzuwenden und das Vertrauen aufzubauen, dass es wieder gut wird.

7 Schritte durch die Krise

  1. Gib dir Zeit und Raum. Lass los. Nimm alle deine Gefühle an. Zensuriere nicht. Fühle sie. Spüre die Anspannung im Körper und versuche ihn bewusst zu entspannen. Atme, spüre, entspanne.

  2. Mach deinen Kopf frei. Erlaube dir ohne Gedanken zu sein. Dein Körper braucht Ruhe, Tagträumen und viel Schlaf. Mach das, was dir guttut. Gehe spazieren, nimm dir ein Bad, mach Sport. In der Bewegung schüttet dein Körper Glückshormone aus. Achte auf genügend frische Luft. Mach alles, was dich in ein innerliches Gleichgewicht zurückbringt.

  3. Anerkennen was ist. Leid und Drama entstehen durch den inneren Widerstand, den wir einem Ereignis gegenüber leisten. Plötzliche Veränderungen führen oftmals zu Lebenskrisen. Was immer dich in die Krise geführt hat, im Widerstand stellst du dich gegen die Realität. Der erste Schritt der Krisenbewältigung ist das innere Anerkennen der Situation wie sie jetzt ist.

  4. Komm ins Tun. Lass dich nicht hängen. Dazu brauchst du etwas Selbstdisziplin. Beginne deinen Alltag zu organisieren. Versuche Abstand zu gewinnen. Stell dir vor, du siehst von oben auf die Situation. Was zeigt sich? Welche neuen Möglichkeiten ergeben sich für dich? Gibt es etwas, was du jetzt tun kannst? Dann tu es.

  5. Ist alles schlecht? In der Krisensituation neigen wir dazu, uns darauf zu fokussieren. Wir sehen nur das Problem. Alle Aufmerksamkeit ist darauf gerichtet, was nun fehlt. Gibt es Lebensbereiche, die nicht von der Krise betroffen sind? Mach dir bewusst, was aktuell gut in deinem Leben ist und sei dankbar dafür.

  6. Entwickle Vertrauen in deine Zukunft. Welche Chancen liegen in der Situation, wie sie jetzt ist. Wofür wird jetzt Platz gemacht? Wie kannst du die Krise als Chance nutzen, etwas in deinem Leben zu verbessern?

  7. Suche dir professionelle Hilfe. Manchmal ist es richtig schwer. Wie wäre es, wenn du es dir leichter machen könntest. Scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wichtig dabei ist, dass es dir hilft, leichter durch die Krise in dein neues Leben zu kommen.

Lebenskrisen sind immer Wachstumschancen. Nütze sie.

Dieser Artikel wurde verfasst von: Mag. Andrea Amberger, Business Consultant & Gedankencoach

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