Was das Gehen mit uns macht!

Wie GEHT'S dir heute? Oder: Lass dich nicht gehen. Oder: Let's gooo! Letztes sollte eine Aufforderung zu mehr Schritten pro Tag sein. Was das Gehen tatsächlich mit uns macht und was nur 30 Minuten pro Tag an der frischen Luft bewirken, erzählt Ihnen unser Physiotherapeut Klaus Reinelt.

Was bewirkt Gehen?

Gehen kann sehr vielseitig sein. Nicht nur im Sprachgebrauch sondern auch für unseren Körper. Die Aussage „sich gehen lassen“ kommt nicht von ungefähr und hat einen direkten Bezug zu unserer Gesundheit. Daher fragen wir umgangssprachlich auch mit: „Wie geht’s“, nach dem Wohlbefinden unserer Mitmenschen.

Gehen dient nicht nur der Fortbewegung. Es ist eine gute Aktivität um die generelle Fitness zu verbessern. Durch das tägliche Fortbewegen auf zwei Beinen wird folgendes erhalten und gefördert:

  • Muskelkraft
  • Ausdauer
  • Gleichgewicht
  • Flexibilität
  • Regenerationsfähigkeit

Warum Gehen statt Laufen?

Beim Gehen erfolgt der Transfer des Gewichts in einer durch zwei Beine unterstützen Gangphase. Dadurch erfolgt der Gewichtstransfer gleitend. Wenn man läuft erfolgt der Gewichtstransfer durch eine Flugphase. Das bedeutet, dass für kurze Zeit kein Bein den Boden berührt. Dieser Schwung muss wieder aufgefangen werden. Deshalb kommt es beim Gehen zu einer geringeren Gelenksbelastung. Der Druck ist trotzdem ausreichend um Osteoporose vorzubeugen.

Somit ist gehen sehr gut geeignet das Körpergewicht zu reduzieren, ohne eine Überanstrengung oder Überbelastung zu erleiden. Durch die kalten Temperaturen steigt der Kalorienbedarf um bis zu 34%. Lunge und Immunsystem werden gestärkt.

Vorteile vom Gehen:

  • Geringere Gelenksbelastung
  • Osteoporoseprophylaxe
  • Stärkung des Immunsystem
  • Abnehmen

Einfluss auf die Psyche

Studien zeigen, dass 5000 Schritte pro Tag einen positiven Einfluss auf die mentale Gesundheit haben. Somit ist gehen in der kalten dunklen Jahreszeit ein Muss.

Nicht nur die Schrittzahl ist entscheidend. Auch die Umgebung hat einen großen Einfluss. Diese Benefits treten beim Gehen im Wald auf:

  • Förderung der Kreativität
  • Förderung des Zusammenhängenden Denken
  • Linderung von Depression und Angstzuständen
  • Erhöhte Konzentrationsfähigkeit

Stoffwechselboost

Bereits 30 Minuten Gehzeit wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus. Die Insulinsensitivität steigt. Dadurch kann bei DiabetikerInnen die Effektivität von blutzuckersenkenden Medikamenten verbessert werden.

Ab 10.000 Schritten pro Tag sinkt das Diabetes Risiko um 5.5%.

Das Herzkreislaufsystem

Die Herzkranzgefäße versorgen das Herz mit Blut. Sind diese verengt oder verlegt kommt es zum Infarkt. Länger als 30 Minuten Gehen, fördert die Gesundheit der Herzkranzgefäße und beugt Herzinfarkt vor.

Täglich 30 Minuten Gehzeit über einen Zeitraum von 12 Wochen wirkt Blutdrucksenkend. Studien zeigen eine Auswirkung auf den systolischen und diastolischen Wert. Personen die 2,4 bis 4 Stunden wöchentlich gehen haben einen 50% niedrigeren Cholesterinspiegel im Vergleich zu inaktiven Personen.

Die Vorteile im Überblick:

  • Herzinfarktprophylaxe
  • Blutdrucksenkend
  • Cholesterinsenkend

Wann soll ich gehen?

Aufgrund unserer inneren Uhr und des Stoffwechsels ist der Nachmittag die beste Uhrzeit für einen Spaziergang. Morgendliche Spaziergänge helfen dabei die innere Uhr zu stellen und einen unvorteilhaften Schlaf- Wachrhythmus zu durchbrechen.

Körperliche Aktivität vor dem Schlafen gehen kann je nach Typ förderlich oder kontraproduktiv sein. Je nach Typ kann man durch die körperliche Belastung danach besser schlafen oder ist zu aufgeweckt um einschlafen zu können. Es besteht ein direkter Zusammenhang zum Hormon Melatonin, dessen Ausschüttungsmenge unseren Tag- Nachtrhythmus reguliert wird.

Die Vorteile der Gehzeiten im Überblick:

  • Morgens – für die innere Uhr
  • Nachmittags – für den Stoffwechsel
  • Abends – Typabhängig

Nordic Walking

Durch den richtigen Gebrauch von Gehstöcken lassen sich mehr Muskelgruppen aktivieren. Das führt zu einer höheren Ganzkörperbelastung und einem vermehrten Kalorienverbrauch. Beim Drehen des Schultergürtels und dem Stockabdruck durch die Arme werden Schultergürtel, Arm und Rumpfmuskulatur aktiviert und trainiert. Für weitere Trainingseffekte kann eine Gewichtsweste getragen werden.

Fazit

Bereits 30 Minuten pro Tag Gehen an der frischen Luft bringt viele positive Effekte. In einer Woche sollten sie 2,4 bis 4 Stunden gehen, so lässt sich das allgemeine Wohlbefinden steigern. Das Umfeld hat dabei einen großen Einfluss. Vor allem wenn es um die psychische Gesundheit geht. Zum Abnehmen ist gehen geeignet, da es die Gelenke schont. Bei kalten Temperaturen werden mehr Kalorien verbrannt. Durch körperliche Aktivität werden Krankheiten vorgebeugt. Durch den Einsatz von Gehstöcken oder Gewichten lässt sich der Trainingseffekt steigern.

Durch regelmäßiges Gehen, sorgst du dafür, dass es dir gut geht! Also: Los geht's - keine Zeit verlieren!

Klaus Reinelt hat ein abgeschlossenes Studium in "Advanced Physiotherapy" und sein Wissen in Bezug auf Gesundheitsthemen in den letzten Jahren vertieft. Er weiß, wie gut Bewegung unserem Körper tut und was passiert wenn wir "stillstehen". Deshalb verfolgt er auch den Ansatz einer aktiven Physiotherapie - dabei setzt er den Fokus auf Selbstständigkeit, Teilhabe und Selbstwirksamkeit der Klienten

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Dieser Artikel wurde verfasst von: Physiotherapeut Klaus Reinelt, BSc.

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