Der Hexenschuss

Wer kennt es nicht - plötzlich gibt's einen Stich im Rücken und der Schmerz will nicht mehr verschwinden. Der Hexenschuss, jeder kennt ihn, keiner will ihn. Was man darunter versteht, was dabei wirklich passiert und wie man eine Schmerzlinderung herbeiführen kann, erklären unsere beiden Physiotherapeuten Daniel Spielmann & Peter Weese.

Definition was ist Hexenschuss

Ein akuter, plötzlich auftretender Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule wird in der Umgangssprache gerne als „Hexenschuss“ bezeichnet. In der Medizin werden sehr oft die Begriffe Lumbago/Lumbalgie/Dorsalgie verwendet. Häufig ist eine alltagstypische Bewegung wie beispielsweise das Heben einer Kiste oder eine drehende Bewegung, der Auslöser für die Schmerzen und die Einschränkungen der Aktivität. Der Großteil dieser Rückenprobleme dauert meistens nur wenige Tag an und ist eine der häufigsten Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule.

Ein typisches Bild für den akuten Rückenschmerz?

Wie präsentiert sich ein Hexenschuss? Akuter Rückenschmerz charakterisiert sich sehr oft durch einen einschießenden Schmerz im Bereich des unteren Rückens in unterschiedlichen Positionen und Bewegungen. Aufgrund des einschießenden Schmerzes kommt es zu einer Schonhaltung in der Lendenwirbelsäule und die dorsale Muskelketten (Rückenmuskulatur / Gesäßmuskulatur) verspannt, um den Körper vor weiteren schmerzhaften Bewegungen zu schützen (=Schutzspannung der Muskulatur). Gerade in der Akutphase (die ersten 48 Stunden) kommt es häufig zu einer starken Einschränkung der Beweglichkeit und zu Schmerzen bei Bewegung. In den meisten Fällen verbessern sich die Symptome stetig innerhalb der ersten oder zweiten Woche.

Behandlung von „Hexenschuss“

In der Akutphase (in den ersten 48 Stunden) ist die Stufenbettlagerung eine der wenigen Positionen, die von den meisten Menschen als schmerzlindernd und entlastend beschrieben wird.

Wie kannst du diese Stufenbettlagerung für deinen Hexenschuss nutzen, um deinem Rücken wieder etwas Gutes zu tun. Ganz einfach!

  • Leg dich flach auf den Rücken vor einem Stuhl/Couch/Bett/Pezziball
  • Rücken bleibt während der gesamten Zeit immer flach auf dem Boden
  • Bringe beide Hände flach auf den Boden neben dir (=Bieten Unterstützung und Sicherheit)
  • Leg anschließend beide Beine auf den Stuhl, die Couch, das Bett oder den Pezziball
  • Ziel ist es in beiden Hüftgelenken und den Kniegelenken einen 90° Winkel zu erreichen
  • Abschließend in dieser Position bleiben und kontrolliert langsam über die Nase einatmen und über den Mund ausatmen und sich bewusst auf die Entspannung im Körper konzentrieren. Weitere Informationen auch unter Physiotherapeut Wien.

Diese Position kann mehrmals am Tag eingenommen werden, sofern es immer als unterstützend und schmerzlindern empfunden wird.

Als weiteren schmerzlindernden Punkt können Wärmeapplikationen angewendet werden. Wärmende Salben (Wirkstoff: Capsaicin) oder auch klassische Wärmflaschen (in Stoff oder Handtuch eingewickelt) können auf den schmerzhaften und verspannten Rückenbereich angebracht werden. Die lokale Wärme regt die Durchblutung an und unterstützt den Körper den erhöhten Muskeltonus im Bereich der Lendenwirbelsäule zu reduzieren.

Mobilisierende und muskelaktivierende Übungen

Verbessert sich die Symptomatik in den ersten zwei Wochen kann mit Hilfe von mobilisierenden und muskelaktivierenden Übungen für den Rücken der Heilungsprozess unterstützt werden. Diese Übungen setzten sich zum Ziel den Bewegungsablauf und das Bewegungsmuster, welches aufgrund von Schmerz und Schonhaltung eingeschränkt war, wieder zu normalisieren. Gerade in der ersten Zeit sind mobilisierende und schmerzlindernde Übungen für den Rücken sehr zu empfehlen. In unserem Blog Übungen für den unteren Rücken gibt es eine Auswahl an spezifischen Übungen, die in unterschiedlichen Intensitäten, welche deinen Rücken mit mehr Beweglichkeit und Kraft unterstützen!

Fazit

Kommt es zu keiner Verbesserung der Symptome in den ersten Wochen, sondern zu beispielsweise Ausstrahlungen im Bereich der Beine, starker Reduzierung der Beweglichkeit oder Steigerung der Schmerzen, ist eine Abklärung durch einen Arzt oder eine Ärztin sehr zu empfehlen. Mit einem individuellen Anamnesegespräch und spezifischen Tests wird dann die Wirbelsäule genauer untersucht und abgeklärt, ob zusätzliche Strukturen beeinträchtig oder verletzt sind.

Nach einer genauen Untersuchung und Abklärung von einem Arzt / einer Ärztin ist die Physiotherapie in den meisten Fällen der nächste Schritt. In der Physiotherapie wird dann gezielt an den Potentialen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Beweglichkeit und zur Kräftigung des gesamten Bewegungsapparates gearbeitet. Somit wird nicht nur dein Rücken stärker, sondern der gesamte Körper belastbarer und kann in Zukunft einen Hexenschuss vermeiden bzw. besser darauf reagieren.

Dieser Artikel wurde verfasst von den Physiotherapeuten Peter Weese & Daniel Spielmann.

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