Bänderriss im Sprunggelenk

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Bandverletzungen am Sprunggelenk passieren? Oder möchten Sie mehr über die Symptome bei einer solchen Diagnose erfahren? Dann sind Sie hier genau richtig! Dr. Martin Reschl, Orthopäde und Sportarzt gibt Ihnen alle wichtigen Informationen zum Thema Bänderriss.

Wie entstehen Bandverletzungen am Sprunggelenk?

Bandverletzungen am Sprunggelenk sind einer der häufigsten Sportverletzungen. Meist ist ein Bänderriss oder eine Bänderdehnung die Folge eines Unfalls. Zu den am meisten gefährdeten Sportarten zählen Fußball, Volleyball, Tennis und Basketball. Die Ursache ist meistens ein nach außen umknicken des Fußes oder ein einfacher „Fehltritt“ des Fußes. Das Abrutschen von einer Gehsteigkante oder ein unvorsichtiger Schritt beim Stufensteigen reicht oft schon aus eine Bandverletzung im Sprunggelenk zu erleiden. Am häufigsten sind die Außenbänder betroffen. Der Außenbandapparat besteht aus 3 verschiedenen Bandanteilen. Diese verbinden die Spitze des Außenknöchels mit dem Fersenbein und dem Sprungbein. Bei einem Außenbandriss kommt es sehr schnell zu einer starken Schwellung, Schmerzen und einem sichtbaren Bluterguss.

Einige Risikofaktoren begünstigen zudem das Auftreten eines Bänderrisses oder einer Bänderüberdehnung. Dazu gehören Übergewicht, falsches Schuhwerk und ein schlechter Trainingszustand mit untrainierter Muskulatur und daraus resultierender Instabilität im Sprunggelenk.

Mit welchen Symptomen muss man bei einer Bänderverletzung im Sprunggelenk rechnen?

Die Hauptsymptome bei Verletzungen am Sprunggelenk sind Schmerzen und Schwellung. In weitere Folge kann sich sehr schnell ein sogenanntes Hämatom (Bluterguss) durch zerrissene Hautvenen bilden. Aufgrund der Schwellung und Schmerzen ist es oftmals nicht möglich das Sprunggelenk und den Fuß zu belasten.

Muss der Betroffene den Fuß entlasten, liegt oftmals ein Bänderriss oder ein Knochenmarksödem vor.

Wie erfolgt die Diagnose?

Grundsätzlich gilt, bei einer Sprunggelenksverletzung mit Schmerzen und Schwellung sollten Sie immer einen Facharzt für Orthopädie und Traumatologie kontaktieren. Neben der Anamnese und der genauen klinischen Untersuchung durch den Arzt ist eine Röntgendiagnostik zum sicheren Ausschluss einer knöchernen Verletzung erforderlich. Danach kann sehr schnell festgestellt werden, ob ein Knochenbruch oder eventuell auch ein knöcherner Bandausriss vorliegt. Sofern dieser Befund negativ ausfällt und der behandelnde Arzt den dringenden Verdacht eines Bänderrisses stellt, wird in Sonderfällen eine MRT- (Magnetresonanztomografie) oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Diese Methoden können Verletzungen von Sehnen und Bändern darstellen.

Was sind die Therapiemöglichkeiten bei einem Bänderriss im Sprunggelenk?

Die Therapie bei einer Bandverletzung des Sprunggelenkes ist abhängig vom Schaden an den verletzten Bändern. In den meisten Fällen können diese Verletzungen konservativ behandelt werden. Die Dauer der Behandlung ist vom Ausmaß der Bandschädigung abhängig. Überdehnungen und Bänderzerrungen (Distorsionen) heilen sehr oft schneller aus als Bänderrisse. Zudem ist zu unterscheiden, ob ein Teilriss oder ein kompletter Riss vorliegt. Eine Ruhigstellung für 4-6 Wochen mit einer speziellen Sprunggelenksorthese ist in der Regel ausreichend. In dieser Zeit sollte man das Sprunggelenk nicht allzu sehr belasten. Mit einer Sportkarenz während der Ruhigstellung ist zu rechnen.

Bei kompletten Rissen, Begleitverletzungen und Instabilitäten muss eine operative Versorgung in Betracht gezogen werden. Bei der Operation wird zunächst eine primäre Naht angestrebt. Um auch den Knorpel und das Gelenk zu begutachten wird zusätzlich eine arthroskopische Untersuchung des Sprunggelenkes durchgeführt. In manchen Fällen muss das gerissene Band mittels eines Bandersatzes rekonstruiert werden. Die Nachbehandlung nach einer operativen Versorgung ist Abhängig von der Art der Operation und dem Ausmaß der Verletzung.

Muss man nach einem Bänderriss mit Spätfolgen rechnen?

Frische Bänderverletzungen des Sprunggelenkes, welche sofort erkannt und adäquat behandelt werden, heilen erfahrungsgemäß nach 4-6 Wochen ohne Spätfolgen aus.

Besteht eine chronische Bandinstabilität, hervorgerufen durch z.B. eine alte Verletzung oder einer Überbeweglichkeit, wird das Band dauerhaft geschwächt. Die Folge ist ein immer wiederkehrendes Umknicken im Sprunggelenk und eine zunehmende Schädigung des Gelenksknorpels. Diese Belastungen werden vom Knorpel nur eine gewisse Zeit toleriert. Im Verlauf kann dadurch eine Sprunggelenksarthrose entstehen. Diese sollte ehestmöglich erkannt und therapiert werden (siehe Blogbeitrag „Arthrosetherapie mit Hyaluronsäure“).

Tipp von Dr. Martin Reschl

Sollten sie an einer Überbeweglichkeit im Sprunggelenk leiden, sollten sie sich in die Hände eines Physiotherapeuten begeben. Der wird Ihnen mit Übungen und Tipps helfen, ein stabiles Sprunggelenk zu erlangen. Weitere Infos dazu unter: Physiotherapie.

Dieser Artikel wurde verfasst von: Dr. Martin Reschl, Facharzt für Orthopädie, Sportarzt

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