Chronische Gastritis: Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten

Leidest Du unter diffusen Oberbauchschmerzen, Blähungen und Aufstoßen oder empfindest Du eine Abneigung gegenüber Speisen, die du eigentlich immer gern mochtest?

Dann könnten das Symptome einer chronischen Gastritis sein. Was es damit auf sich hat, wie du eine solche Entzündung wieder loswirst und weitere Informationen erfährst du hier.

Was ist chronische Gastritis?

Während eine akute Magenschleimhautentzündung innerhalb weniger Tage bis Wochen ausheilt, können die Beschwerden bei einer chronischen Gastritis über Monate bis Jahre bestehen bleiben. Symptome wie Stress oder Völlegefühl treten meist schleichend auf.

Manchmal fehlen sie auch ganz, was die Diagnose und eine gezielte Behandlung erschwert. Deshalb wird die Infektion häufig nur zufällig bei einer Untersuchung entdeckt.

Wie entsteht chronische Gastritis?

Abhängig von den genauen Ursachen lässt sich die nicht akute Form der Gastritis in drei Haupttypen unterscheiden:

Typ-A-Gastritis


In fünf Prozent der Fälle richtet sich das körpereigene Abwehrsystem gegen die eigene Magenschleimhaut und beschädigt diese. Dadurch wird die Fähigkeit des Magens zur Säureproduktion reduziert oder komplett gestoppt.

Beschwerden treten zunächst nicht auf. Allerdings sind auch die Zellen betroffen, über die der Körper Vitamin B12 aus der Nahrung bezieht. Hieraus kann ein Vitamin-B12-Mangel resultieren, durch den sich die Gefahr für Blutarmut, die sogenannte Anämie, und neurologische Störungen erhöht.

Typ-B-Gastritis


Dieser Typ ist mit 85 Prozent aller chronischen Magenschleimhautentzündungen die häufigste Form von Gastritis. Diese umfasst bakterielle Infektionen, die zumeist durch Helicobacter pylori ausgelöst werden. Seltener sind ein Bakterium, andere Bakterien, Viren oder Parasiten für die Krankheit verantwortlich.

Helicobacter
pylori gelangt oft schon im Kindesalter unbemerkt in den Magen.

Durch die bakterielle Entzündung erhöht sich die Magensäureproduktion, während gleichzeitig die Abwehrfähigkeit der Magenschleimhaut gegenüber der Säure sinkt. Zudem sondert Helicobacter pylori ein Enzym ab, das Infektionen und Geschwüre hervorrufen kann.

Typ-C-Gastritis


Etwa jede zehnte chronische Gastritis wird durch Stoffe ausgelöst, welche die Magenschleimhaut reizen. Typische Verursacher sind Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder ASS).

Auch das Zurückströmen von Galle in den Bereich des Magens (Reflux), Nikotinkonsum oder der Alkoholmissbrauch im Rahmen einer Abhängigkeit können der Auslöser dieses Typs sein.

Sonderformen

Neben Magenschleimhautentzündungen der Typen A, B und C gibt es einige weitere, sehr seltene Gastritis-Formen. Hinter diesen verbergen sich unterschiedlichste Erkrankungen wie Sarkoidose, Morbus Crohn und allergische oder infektiöse Entzündungen von Darm und Magenschleimhaut.

Wie macht sich chronische Gastritis bemerkbar?

Verläuft die Magenschleimhautentzündung nicht symptomfrei, können folgende Beschwerden auftreten:

  • allgemeines Unwohlsein
  • diffuse Oberbauchschmerzen
  • Appetitverlust
  • starke Abneigung gegenüber bestimmten Speisen
  • Blähungen
  • Aufstoßen
  • Durchfall
  • Völlegefühl nach dem Essen
  • Mundgeruch
  • Stress
  • Schmerzen im Darm

Halten derartige nicht akute Symptome länger als zwei Wochen an, empfiehlt es sich deiner Gesundheit zuliebe eine genaue Diagnose etwas durch einen Gastroskopie durchzuführen.

Wie wird chronische Gastritis behandelt?

Bei einer Typ-A-Entzündung verabreicht der Arzt in aller Regel Vitamin-B12-Injektionen, um eine Blutarmut, die sogenannte Anämie, zu vermeiden.

Wurde eine Typ-B-Gastritis diagnostiziert, steht die Bekämpfung der ursächlichen Bakterien im Vordergrund. Eine Eradikationstherapie gegen Helicobacter pylori besteht aus einer speziellen Dreierkombination von Medikamenten. Über einen Zeitraum von fünf bis sieben Tagen nimmt der Patient zwei verschiedene Antibiotika (meist Amoxicillin und Clarithromycin) ein, um die Erreger abzutöten. Dazu verordnet der Arzt einen Protonenpumpenhemmer, um den pH-Wert der Magensäure anzuheben und die Wirkung der Antibiotika zu verbessern.

Bei einer Gastritis vom Typ C reicht es für gewöhnlich aus, auf reizende Stoffe zu verzichten und die Ursache für einen etwaigen Gallenreflux zu beseitigen.

Liegen der Magenschleimhautentzündung ein Morbus Crohn, eine Sarkoidose oder eine andere Erkrankung zugrunde, ist eine spezifische Behandlung und Medikamente erforderlich.

Wie kann man chronische Gastritis heilen?

Neben der Diagnose eines Facharzt und der Behandlung der Ursache durch Medizin ist es wichtig, die Infektion der Magenschleimhaut zum Abklingen zu bringen.

Das gelingt durch die Umstellung auf eine magenschonende, gesunde Ernährung. Verzichte bei einer Gastritis am besten auf alles, was schwer im Magen liegt.

Fettes Essen etwa bedeutet ebenso Schwerstarbeit für den Magen wie geräucherte und panierte Lebensmittel. Gleichfalls ungeeignet ist blähendes, scharfes, saures und stark angebratenes Essen.

Vermeide außerdem Nahrungsmittel, die Entzündungen hervorrufen können. Dazu gehören vor allem Weißmehlprodukte, Schweinefleisch und Zucker. Süßigkeiten, Alkohol, Nikotin und Kaffee solltest Du allenfalls in Maßen genießen, da diese die Säurebildung im Magen zusätzlich anregen.

Entzündungshemmend wirken Omega-3-Fettsäuren aus hochwertigen Pflanzenölen sowie sekundäre Pflanzenstoffe aus Obst, Gemüse und Gewürzen. Bei Früchten solltest du vollreifen und säurearmen Varianten den Vorzug geben.

Grundsätzlich ist es ratsam, die tägliche Nahrungsmenge auf mehrere kleine Mahlzeiten zu verteilen. Höre immer dann auf zu essen, wenn Du das erste Sättigungsgefühl verspürst. Damit schonst du deinen Magen und tust deiner Gesundheit etwas Gutes.

Bei einer von Helicobacter pylori verursachten Gastritis empfiehlt es sich übrigens nicht, auf eine cholesterinarme Ernährung umzusteigen. Das Fett sorgt dafür, dass das Immunsystem den Magenkeim besser erkennen und bekämpfen kann. Das funktioniert jedoch nur, wenn der Körper ständig Nachschub erhält.

Fazit

Auch wenn eine Gastritis kaum Beschwerden verursacht, ist es ratsam, gegen die Ursachen vorzugehen. Eine genaue Diagnose mittels modernster Medizin wie der Gastroskopie ist stets der beste Weg um vorzubeugen. In vielen Fällen lassen sich die Symptome schon durch eine Ernährungsumstellung lindern.

Eine Ernährungsberatung kann helfen, problematische Lebensmittel zu identifizieren und ein spezifisches Ernährungskonzept zu entwickeln. healthdoctors ist hierfür der richtige Ansprechpartner und erste Kontakt.

Du hast Fragen zu Gastritis oder ein anderes gesundheitliches Problem? Dann nimm am besten Kontakt mit uns auf. Ob Ernährungsberater, Physiotherapeut oder Sportarzt - wir stehen Dir mit allen Informationen und unserem Fachwissen zur Seite!

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